Sylvia Schramm

ART

ART AND THE CITY

Hamburg im Bilde

Ein Bild von unserer Stadt und ihren Bewohnern entwirft Sylvia Schramm. Sie nennt sich selbst eine waschechte Hamburgerin. Sie ist hier geboren und aufgewachsen. Sie hat an der Fachhochschule Armgartstraße Modedesign studiert und danach viele Jahre für große Hamburger Unternehmen im Fashion-Bereich, unter anderem auch in China gearbeitet. Seit einigen Jahren ist sie als Bildende Künstlerin tätig.

Sylvia Schramm nennt ihr Wappenbildnis „Stormdrain“, also abziehender Sturm. Hamburg steht im Mittelpunkt des Weltgeschehens – ganz im Sinne des Großvaters ihres Mannes, des Historikers Percy Ernst Schramm, dessen stolzes Hamburg Buch „Hamburg, Deutschland und die Welt“ in den Nachkriegsjahren den Hanseaten den für den Wiederaufbau ihrer im Krieg zerstörten Stadt nötigen Stolz zurückgegeben hat. Ich selber hatte noch das Glück, 1960 an der Universität in Göttingen Schramms Vorlesung zur Hamburgischen Geschichte zu hören. Der Hamburg Professor trug ein weißes Seglerhemd mit schwarzer Fliege. Auf seinem Vortragspult stand immer ein Fähnchen mit dem Hamburger Wappen.

Ihr Markenzeichen ist die digitale Malerei auf Aluminium und Metall.

Wer sich ihre lichterfüllten, farbenfrohen und reizvollen Gemälde anschaut, weiß, wie die Hamburger Uhren ticken. Er spürt die Atmosphäre der Stadt und gewinnt einen Einblick in das typisch hanseatische Zusammenspiel von Kommerz, Kultur, Medien, Politik und einem Beziehungsgeflecht, das alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens durchdringt. Landschaft, Architektur, der Hafen, Elbe und Alster und im Hintergrund die fünf überragenden Türme machen Hamburg zu einem weltstädtischen Gesamtkunstwerk. Erstaunlich sind die großen Formate ihrer Gemälde. Sie hat eine eigene Mixed-Media-Technik entwickelt. Sie „malt“, montiert und collagiert ihre Arbeiten zunächst auf dem Bildschirm. Mittels verschiedener, technisch komplizierter Druckverfahren trägt sie ihre Vorlagen auf Metall- oder Aluminiumplatten auf, die später in Eisen gerahmt werden.

Wer Sylvia Schramms Bilder aus der Nähe betrachtet, der hat vielleicht das Glück, auf dem metallisch leuchtenden Bildgrund sein eigenes Spiegelbild zu erkennen. So wird das Panorama der Freien- und Hansestadt zu einer Art Vexierbild, in das der Betrachter des Kunstwerks selbst mit einbezogen wird. So sind wir im Doppelsinn des Wortes selbst im Bilde.

Dr. Peter Schütt / Rede zur Vernissage in der PASHMIN ART GALLERY, Hamburg, 2016


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